Libellen Dortmund

Am 03.08.2018 besuchten 20 Interessierte die LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie "Wilfried-Rasch-Klinik". Die Therapeutische Direktorin Gisa Lieweris-Amsbeck und Siegfried Woydowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie stellten zunächst die Aufgaben des Maßregelvollzuges vor.

Es gibt Straftäter*innen, die zur Tatzeit schuldunfähig oder schuldeingeschränkt gewesen sind, sei es durch Sucht, Persönlichkeitsstörungen oder andere psychische Erkrankungen. Diesen Menschen ist mit einem normalen Strafvollzug nicht geholfen. Im Strafregelvollzug werde versucht, ihnen medizinisch, psychotherapeutisch und sozialpädagogisch zu helfen. Dabei könne es durchaus sein, dass der Aufenthalt in einer forensischen Klinik länger dauere als bei einer normalen Gefängnisstrafe. Das Strafmaß und die Fortschritte im Rahmen der Behandlung in der Forensik werden regelmäßig durch Juristen und die in der Forensik Tätigen (auch Externen) überprüft. Die forensische Medizin stehe unter genauer Beobachtung, habe aber leider einen schlechten Ruf in der Bevölkerung. Zwar könne man keinen Kranken zu einer Medikation zwingen. Dennoch soll die Arbeit im Maßregelvollzug neue Opfer vermeiden. Der Umgang mit den Kranken sei geprägt durch Respekt, Distanz und soziale Kompetenz.

In der Wilfried-Rasch-Klinik gibt es 62 Plätze, ausschließlich für Männer: im Augenblick sind es 49 mit Psychosen und Persönlichkeitsstörungen, 12 mit Suchtproblemen. Es gibt die Langzeitbetreuung und die Hilfe für den Übergang in die Freiheit. Die Klinik sei hervorragend gesichert, es habe noch keine Probleme in dieser Hinsicht gegeben.

Nach dem Gespräch gingen die Teilnehmer in 2 Gruppen durch ausgewählte Bereiche der Klinik. Viele Räume wie die Kapelle, die Besucherzimmer, die Zweibettzimmer, die Arzträume, der Garten, die Bereiche für Sport, Musiktherapie und kreatives Arbeiten zeigen, dass man respektvoll mit den Straftätern umgehe, aber dass auch das strenge Einhalten von Regeln wichtig sei. Bedrückend war es, die Räume zu sehen, in denen Menschen z.B. im akuten Suchtzustand vor der eigenen Zerstörungskraft beschützt werden müssen. Auch das akribische Achten auf das Auf- und Abschließen der einzelnen Räume oder Bereiche vermittelte einen Eindruck davon, wie viel Verantwortung die Mitarbeiter in dieser Klinik tragen.

Fazit des Besuches ist die Erkenntnis, dass in dieser Klinik hervorragende Arbeit geleistet wird und dass die Bevölkerung durch viele unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen geschützt ist. Um Vorurteile abzubauen wäre es schön, wenn viele Bürger die Tage der offenen Tür zum Kennenlernen der Einrichtung nutzen würden.

Frau Gisa Lieweris- Amsbeck, Therapeutische Direktorin und Siegfried Woydowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Frau Gisa Lieweris- Amsbeck, Therapeutische Direktorin und Siegfried Woydowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie