Liberale Frauen Mittelbaden

Angesichts des bevorstehenden Internationalen Frauentags und auch der Kommunalwahl im kommenden Jahr ist es gut, daran zu erinnern, dass in diesem Jahr das Frauenwahlrecht in Deutschland 100 Jahre alt ist. Noch älter als das Frauenwahlrecht ist der Internationale Frauentag von dem die Frauenrechtlerin Clara Zetkin 1911 sagt: „Es war ein weiter Weg und eigentlich ist er auch heute noch nicht zu Ende.“ In diesem Zusammenhang liegt es nahe an eine andere Frau zu denken, deren Wirken für die Frauen wir noch sehr viel mehr in unseren Fokus rücken sollte. Elly Heuss-Knapp, den meisten bekannt als Frau des 1. Bundespräsidenten unserer Republik und Gründerin des Müttergenesungswerkes. Jedoch war sie mehr, viel mehr.

In einem Gedenkblatt heißt es über sie:
SOZIALREFORMERIN – PUBLIZISTIN – WERBEFACHFRAU – POLITIKERIN – FIRST LADY

Elly Knapp

Elly Knapp, 1881 in Straßburg geboren, legt 1899 ihr Lehrerinnenexamen ab und gründet ein eigenes „Schülchen“ in einem Vorort von Straßburg. Sie ist Mitbegründerin einer „Fortschrittsschule für Mädchen“ und unterrichtet dort bis 1907. Sie beginnt 1905 ein Studium der Volkswirtschaft in Freiburg und wechselt nach Berlin. Im Haus von Friedrich Naumann, dessen Schriften sie faszinieren, lernt sie Theodor Heuss kennen. 1908 heiraten die beiden in Straßburg und werden von Albert Schweitzer getraut. Sie ziehen nach Berlin und Elly Heuss-Knapp geht dort weiter einer Unterrichtstätigkeit nach. 1910 wird ihr Sohn geboren und es erscheint ihr erstes Buch: „Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre für Frauen – Leitfaden für Frauenschulen, Handelsschulen, Gewerbeseminare und verwandte Anstalten“. 1912 zieht die Familie nach Heilbronn und sie hält weiter Vorträge zu den Themen „Die Frau im deutschen Wirtschaftsleben“, „Einzelhaushalt im Zeitalter des Großbetriebs“, „Einzelhaushalt und Volkswirtschaft“, „Hausfrau und Frauenbewegung“. Nach dem Ausbruch des Krieges kümmert sie sich um Arbeitsbeschaffung für Kriegerfrauen. Ihre angegriffene Gesundheit machen Klinikaufenthalte nötig, trotzdem unternimmt sie weitere Vortragsreisen. Dabei stehen der Krieg sowie die Ernährungs- und Wirtschaftsfragen im Mittelpunkt. 1918 zieht die Familie wieder nach Berlin. Elly Heuss-Knapp kandidiert erfolglos für die Nationalversammlung. Jedoch wirbt sie über die Grenzen der Parteien hinweg dafür, dass sich Frauen zur Wahl stellen.

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