Liberale Frauen Stuttgart

Stuttgart. Am 10.05.2017 fand im Kursaal Bad Cannstatt die Veranstaltung "100 Tage Trump" statt. Eingeladen hatten zu dieser Kooperationsveranstaltung die Liberalen Frauen Bezirksverband Stuttgart so auch die Reinhold Maier Stiftung.

Dr. Jan Havlik - Pressesprecher der FDP Landtagsfraktion - begrüßte den hochkarätigen Referenten des Abends, Dr. Wilfried Mausbach, sehr herzlich und umriß in aussagekräftigen Sätzen den beruflichen Hintergrund des Gastes. Als wissenschaftlicher Geschäftsführer des American Centers of studies in Heidelberg und Historiker ist Mausbach ein ausgewiesener Kenner, nicht nur in Sachen amerikanischer Politik!

Renata AltIn ihrem, sich anschließenden Grußwort gab Renata Alt - Vorsitzende der LiF Stuttgart - den zahlreichen Gästen einen Ein - und Ausblick - auch mit ihren Erfahrungen als ehemalige Diplomatin- in bzw. auf die deutsch - amerikanischen Beziehungen, sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen auf Europa als auch auf die weltpolitische Lage insgesamt. Dr. Mausbach selbst bezog sich während seines Vortrags neben der Person Trump auch auf sein Team im Weißen Haus, die Ministerien, das Verhältnis zum Kongress, die bisherige Bilanz und, last but not least, die Außenpolitik.

Trump, dessen tagtägliche "Twitter Wütigkeit" sein nahes Umfeld immer wieder "tief durchatmen" lässt, hat es bislang in den eigenen Reihen der Republikaner noch nicht geschafft sich eine Stimmenhoheit zu sichern. Nicht zuletzt durch die ständigen Drohungen, Entlassungen und Herabwürdigungen hat der Präsidenten - Bonus stark gelitten. Kreisen seine Gedanken doch meist um ihn selbst...den Erfolg hat nur er erbracht..."Well done, Donald", so sein persönliches Zitat nach den ersten hundert Tagen.

Doch trifft dies auch den Kern? Sind von den vollmundigen Ankündigungen denn alle schon umgesetzt? Ein Dekret jagt das andere...ob in der Einwanderungspolitik, der inneren Sicherheit, der Wirtschafts-, Umwelt-, Gesundheits- und Außenpolitik, der Rechtssprechung und nicht zu vergessen, seinem großen Wahlkampfthema, der Lobbyarbeit! Überall scheint es zu klemmen, da ihm oftmals im eigenen Lager die Stimmen versagt bleiben. So umgibt er sich vorrangig - und ganz vertraulich - mit Personen aus der eigenen Familie. Doch auch hier ist zu konstatieren, dass ebenso bei seinem Chefberater und Schwiegersohn - Jared Kushner -, nebst anderen Mitarbeitern, das Port Folio nicht klar abgegrenzt ist. Eine derartige Führungsstrategie - sofern man von dieser überhaupt sprechen möchte - macht ein effizientes und auf solidem, diplomatischen Fundament aufgebautes Arbeiten fast unmöglich, bzw, erschwert es ungemein. Insofern wundert es auch nicht, dass sich immer wieder "Maulwürfe" und undichte Stellen auftun, die dann sofort, sollten die Inhalte an die Öffentlichkeit gelangen, als "fake news" bezeichnet werden.

Präsident Trump beansprucht die absolute Wahrheit für sich, wer diese nicht mit ihm teilt, hat das "spürbare" Nachsehen. Doch, sieht so sein Versprechen aus, ein Präsident für alle Amerikaner zu sein? Die nächsten 100 Tage werden es zeigen. (sw)