Schautafel gleichgeschlechtliche Ehe„Wie tolerant ist Deutschland wirklich?“

Dortmund. Am 19. Juni 2015 veranstalteten die Lib'ELLEn Dortmund eine Podiumsdiskussion zum Thema Selbstverständlichkeit (!?) von Homosexualität, Transidentität oder Regenbogenfamilien unter dem Titel: „Wie tolerant ist Deutschland wirklich?“

Susanne Schneider, MdL, (Gleichstellungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW) moderierte engagiert und sachkundig die Veranstaltung mit den Gästen:

  • Michael Kauch, Bundesvorsitzender der Liberalen Schwulen und Lesben
  • Volker Borchers, Leiter der AG Diversity im Völklinger Kreis e.V.
  • Maria Artmann, Schulgleichstellungsbeauftragte, Mitglied des Kreisvorstandes der FDP Köln
  • Tanja Lindner, Leiterin Transidenten Lebenshilfe „Lili Marlene“

Gleich zu Beginn wurde der erfreuliche Ausgang des irischen Volksentscheides zur „Ehe für Alle“ kommentiert, gleichzeitig wurde die Hoffnung ausgesprochen, dass es in absehbarer Zeit auch in Deutschland möglich sein wird. Ca. 20 europäische Staaten haben diese Entscheidung bereits getroffen, darunter erstaunlicherweise auch überwiegend katholische Länder wie Portugal und Spanien.

Der Themenschwerpunkt des Abends lag allerdings im Alltagsbereich, es ging um die immer noch vorhandenen Barrieren in den Köpfen der Mitmenschen und die dadurch entstehenden Diskriminierungen und Ausgrenzungen.

Maria Artmann berichtete über das Thema Homosexualität im Bereich der Bildung, insbesondere im schulischen Kontext und erläuterte, dass diesem Thema in ihrer Schule in Köln mit Akzeptanz und Toleranz begegnet wird.

Volker Borchers stößt in seinem Beruf als Praxisleiter immer wieder auf Vorurteile. Das ist auch einer der Gründe, warum er sich im Völklinger Kreis engagiert, genau wie Michael Kauch. Alle Gäste waren sich einig, dass die Arbeit in ihren Netzwerken das Leben erleichtert.

Michael Kauch, als Vater einer Tochter innerhalb einer sog. „Regenbogenfamilie“ ergänzte das Themenspektrum mit seinem Bericht über die rechtlichen Grundlagen solcher Verbindungen und erzählte natürlich auch vom Leben als Vater.

Die Probleme, Diskriminierungen und offenen Anfeindungen bis zu körperlichen Angriffen sind bei transidenten Menschen deutlich größer als im Bereich der Schwulen und Lesben. Tanja Lindner als Leiterin der Lebenshilfe „Lili Marlene“ kümmert sich intensiv um Jugendliche und deren Eltern, klärt auf, hält Vorträge in Schulen und an der Universität. Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß sie, wie schwierig es ist, irgendwann ein Leben im „gefühlt“ richtigen Körper leben zu können. Bis dahin gibt es unendlich viel Kampf mit Behörden, Institutionen, Ärzten und Psychologen.

Am Ende der Podiumsdiskussion nutzten viele der zahlreichen Teilnehmer(innen) die Möglichkeit, gezielt Fragen an die Podiumsgäste zu stellen. Nach mehr als 2 Stunden schloss Susanne Schneider die Veranstaltung und freute sich über das Interesse an diesem besonderen Thema.

Moderatorin Susanne Schneider, MdL, und die TeilnehmerInnen des Podiums