Libellen Dortmund

Auf Einladung von Dorothée Schöttling, Pfarrerin der evangelischen Friedenskirche St. Dionysius in Dortmund Kirchderne, besuchten die Libellen eine Ausstellung mit dem Titel: Frauen fo(e)rdern Reformation.

Frau Schöttling informierte in einem sehr spannenden Referat, unter welchen Bedingungen die engagierten und durchaus gebildeten Frauen des Mittelalters dagegen kämpften, nicht ausschließlich ein Teil der Gemeinde sein zu wollen und religiöses Wissen nur in der Familie weitergeben zu dürfen. Es galt damals als festes Gesetz, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit nicht äußern, geschweige denn predigen durften.

Neben Luthers Frau, Katharina von Bora, haben auch andere Frauen die Reformation entscheidend beeinflusst. Vorgestellt wurden Argula von Grumbeck, Katharina Zell-Schütz und Elisabeth Cruciger, die aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammten. Die Zeit der Reformation verbesserte zwar die Situation der Mädchen und Frauen in Bezug auf die Grundbildung, unter Luther sollten alle Kinder Zugang zur schulischen Erziehung erhalten, aber exzellente Bildung mit z.B. Latein-Unterricht gab es nur in den Nonnenklöstern, die in der Reformationszeit zum großen Teil geschlossen wurden.

Es sollte sehr lange dauern, bis Frauen das Amt der Pfarrerin ausfüllen durften, meist waren sie nur Gottesdiensthelferinnen. Erst seit 1974 (!) gibt es gleiche Rechte für Frauen in der Theologie. Dennoch ist auch heute noch die „gläserne Decke“ für Kirchen-Frauen vorhanden, die Karrieren in hohen Ämtern sehr schwierig macht. Der Anteil von Pfarrerinnen und Pfarrern ist allerdings ziemlich ausgeglichen, in Dortmund arbeiten zur Zeit ca. 50% Prozent Frauen und 50% Männer. (Monika Ingendorf)

Libelle-Mitglieder beim Vortrag in der Dionysius-Kirche