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Themenabend der Lib’ELLEn am 9.2.2017

Gut besucht war der Themenabend der Lib’ELLEn am 9.2.2017. Stephan Ebner, Diplom-Kaufmann, seit seinem Ruhestand ehrenamtlich tätig als Senior Consultant bei der IHK Essen und als Gesprächsleiter und Referent bei der Altenakademie in Dortmund, sprach über „Die Macht der Sprache“. Obwohl sein Studium und seine Berufstätigkeit von der Welt der Zahlen dominiert wurden und obwohl er die Auffassung  vertritt, dass die Mathematik die schönste Sprache der Welt sei, beschäftigt er sich seit Jahrzehnten intensiv mit der deutschen Sprache. Er fordert, dass die deutsche Sprache als Kulturgut zu pflegen sei. Stephan Ebner  teilt die Meinung von Asfa-Wossen Asserate, dass keine andere Nation ihre Sprache mit solcher Nachlässigkeit zu behandeln scheine wie die deutsche. Es gebe kein zweites Land, das sich derart bereitwillig der Weltsprache Englisch ausgeliefert habe. 

Stephan EbnerSprache sei nicht nur ein Instrument der Verständigung, es gebe sie als Kunstform, sie diene oft als Instrument der Abgrenzung, sei kollektiver Agitator und werde als „Waffe“ genutzt und missbraucht. Letzteres habe besonders die vom Pentagon gelenkte Berichterstattung über den Irak-Krieg gezeigt. John R. MacArthur habe dies in seinem Buch „Die Schlacht der Lügen“ aufgedeckt. Als Beispiel hierfür sei der Begriff „Kollateralschäden“ genannt.

Aber auch die „Sprachreiniger“, die für „political correctness“ mit rüden Methoden wie Verboten und Gerichtsverfahren eine Form des „Neusprechs“ erzwingen wollen, würden die Sprache durch Ausschluss von Wörtern undifferenzierter machen. Als Beispiel sei das Ausschweigen des Liedes „Zehn kleine Negerlein“  genannt.

Die Sprache verändere sich auch durch die sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Die heutige Jugend sei nicht „sprachlos“, nur weil sie anders kommuniziere, aber das Lesen von Büchern, das freie Sprechen, das Auswendiglernen und das Kopfrechnen seien nicht zu vernachlässigen.

Gültig bleibe die Erkenntnis, dass Denken mit der Sprache beginne!
(Edelgard Dingerdissen)

Die Macht der Sprache