Liberale Frauen Düsseldorf

Zeitnaher konnte der Besuch des Büros für Nachbarschaftsdialog nicht erfolgen, um zum geplanten Antrag des Flughafens und der Anhörung im Februar 2017 neue Informationen zu erhalten. Frau Bappert, Diplom Ingenieurin und Ansprechpartnerin u.a. für Lokalpolitiker und Anwohner des Airports, sitzt an einer wichtigen Schnittstelle inner- und außerhalb des Unternehmens Flughafen Düsseldorf. Fachlich kümmert sie sich als Elektroingenieurin schwerpunktmäßig um Fluglärmmessung und Kontrolle der Luftqualität und als Ansprechpartnerin im Nachbarschaftsdialog um die Beschwerden der betroffenen Kommunen im Umkreis des Flughafens und um die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger.

Aus diesem Grund war sie die kompetente Kontaktperson für Hannelore Hanning, Vorsitzende der Liberalen Frauen des Bezirksverbandes Düsseldorf, die Hintergründe für den Antrag des Flughafens auf Kapazitätserweiterung zu erfahren und zu diskutieren. Angeschlossen an die Liberalen Frauen Düsseldorf hatten sich Vertreterinnen der Business Frauen Ratingen und Vertreter der Liberalen Senioren aus Kaarst.

Da der Düsseldorfer Flughafen wegen seiner stadtnahen, zentralen Lage eine besondere Verantwortung für die Interessen und Bedürfnisse seiner Anwohner aus Sicht der Teilnehmerinnen trägt, wurden die kritischen Punkte, die auch z.T. Inhalt der 40.000 Einwendungen sind, die ab dem 13.2.2017 in der Messehalle 1 in Düsseldorf erörtert werden, thematisiert! Wie da sind
1. erhöhter Bedarf an Kapazität durch Nachfrage von Airlines in den Spitzenzeiten – Mehrbedarf an Slots – angestrebte 60 Slots pro Stunde
2. neue Airlines – neue Ziele in Skandinavien und Osteuropa
3. Streckennetzdichte
4. Steigerung der Passagier-und Mitarbeiterzahlen

In der Diskussion wurde deutlich, dass der Flughafen Düsseldorf gewillt ist, einen großen Schritt auf die Kritiker seines geplanten Antrags auf „Planfeststellung mit einer Änderung der Betriebsgenehmigung“ zuzugehen und dass er die Antragsinhalte in zwei wesentlichen Punkten überarbeitet hat,
a) in der Vergabe von Zeitfenstern für Starts und Landungen (Slots)
b) und in der Nutzung der Nordbahn.
Ein weiterer Schritt hin zu den Kritikern, ist das Bekunden, dass die Verschiebungen, also Slots über das Jahr zu verteilen, nicht gewollt und vom Tisch seien.

Mit dieser Antragsänderung schließe der Airport, so die Botschaft, die Möglichkeit aus, Slots aus dem Winterhalbjahr im Sommer nutzen zu können. Auch verpflichte sich der Flughafen, die Nutzung der Nordbahn wöchentlich im Voraus festzulegen und die Genehmigungsbehörde darüber rechtzeitig zu informieren. Doch sei nach wie vor Flexibilität erwünscht hinsichtlich der Nutzung der Einbahn- und Zweibahnregelung, z. B wenn unter dem Einfluss von Streiks, Wetter oder anderen Ereignissen kurzfristig die Nutzung der zweiten Bahn zur Vermeidung von Verspätungen genutzt werden müssten, doch solle dies nur möglich sein, wenn auf dem Zeitkonto ungenutzter Zwei-Bahn-Zeitabschnitte ein positiver Saldo bestünde, bezogen auf jede Flugplanperiode! Diese Aussage stünde aber, so Hannelore Hanning, im Widerspruch zu dem Bekenntnis des Flughafens, dass am Ende einer Flugplansaison nicht genutzte Zwei-Bahn-Zeitabschnitte verfallen und nicht in die nächste Saison übertragen werden können. Hier gelte es, eine klare Aussage zu erstreiten.

Der Flughafen verfolge aber, so Veronika Bappert, nach wie vor ein wichtiges Anliegen, Verspätungen vor allem in den Abendstunden mit einer neuen Betriebsgenehmigung weiter zu reduzieren. Mit diesem Vorgehen wäre sichergestellt, dass die Nutzung der Nordbahn 50 Prozent nicht überschreiten würde. Die Verspätungen am 13. Januar 2017 wären auch für alle Beteiligten eine unglückliche Häufung widriger Umstände gewesen. Mit der Anpassung der Antragsinhalte, solle ein eindeutiges Versprechen abgegeben werden, dass neben der Weiterentwicklung des Flughafens, welche die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und der Wirtschaft abdecken würde auch die berechtigten Interessen der Anwohner berücksichtigt würden.

Kritisch angemerkt wurden von den Teilnehmerinnen die wahrnehmbare Änderungen der Flugrouten, die Parksituation rund um den Flughafen (hierzu gab es die Information, dass gerade eine neue Technik, der Parkroboter „Ray, getestet würde, der präzise jedes Auto lückenlos parken könne) und die Parkpraktiken in den umliegenden Kommunen, sowie die schlechte ÖPNV Anbindung vor allem am Abend und an den Wochenenden.

Erst das Ergebnis der Anhörung der Einwendungen der Kommunen und der Bürger und Bürgerinnen wird zeigen, ob der Flughafen seiner Selbstverpflichtung zur Zielsetzung der Minimierung des Fluglärms und des Schadstoffausstoßes sowie der begleitenden Begrenzung der zusätzlichen Belastungen gerecht wird, so das Fazit von Hannelore Hanning nach der sehr angeregten Diskussion. (Hannelore Hanning)

Besuch am Flughafen Düsseldorf