Equal Pay Day

Spiel mit offenen Karten – Was verdienen Frauen und Männer? Lautet das Motto der Kampagne des  Equal Pay Days 2015 und stellt das Schwerpunktthema Transparenz in den Fokus.

Das  Schwerpunktthema zielt darauf ab, dass transparente Bewertungsverfahren und Vergütungsstrukturen in Unternehmen eine zentrale Voraussetzung sind, um die Lohnlücke zwischen Männer und Frauen zu schließen. Darüber kann man sicher kontrovers diskutieren, aber alleine schon dass man dies tut hilft dabei die Gesellschaft weiter für das Thema zu sensibilisieren. Es gilt immer wieder die Augen zu öffnen für die fortbestehende Ungleichbehandlung von Frauen im Erwerbsleben.

Seit 2008 erinnert uns der Equal Pay Day auch in Deutschland an die bestehende Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Das Datum des Aktionstags markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. 2015 findet der Equal Pay Day am 20. März statt.

In der europäischen Union verdienen Frauen durchschnittlich 16 % weniger als Männer. In Deutschland betragen die Lohnunterschiede seit Jahren nahezu unverändert 22 %. Trotz vieler Diskussionen um das Thema und seine Ursachen, bewegt sich zahlenmäßig also leider wenig.

Die 22 % stellen den unbereinigten Gender Pay Gap dar, was bedeutet dass sie sich aus der Differenz der durchschnittlichen Bruttostundenlöhne der Frauen (15,83€) und Männer (20,20 €) errechnen. Hierfür lassen sich z.B. Faktoren wie die Ausübung traditioneller (und leider traditionell schlecht bezahlter) Frauenberufe, Teilzeitbeschäftigung und die Tatsache, dass Frauen seltener in Führungspositionen arbeiten als Ursache heranziehen. Laut statistischem Bundesamt lassen sich rund zwei Drittel des Unterschiedes in den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten durch solche Ursachen erklären. Der Abzug der erklärbaren Faktoren für den Lohnunterschied ergibt dann den bereinigten Gender Pay Gap, rund ein Drittel des unbereinigten. Die aktuellsten Zahlen hierfür liegen für Deutschland für das Jahr 2010 vor und ergeben eine bereinigtes Gender Pay Gap von ca. 7 %. Dies ist die nicht erklärbare Lohnungerechtigkeit von Frauen gegenüber Männern für gleiche Arbeit bei gleicher Qualifikation und stellt klar da: Frauen werden schlechter bezahlt, weil sie Frauen sind. Diese Zahl sollte einem wirklich die Augen öffnen.

Diese bestehende Lohnungerechtigkeit zu beenden ist nach wie vor eine der großen Aufgaben für Politik, Wirtschaft und die Gesellschaft in unserer heutigen Zeit. Um sie zu lösen braucht es mehr als Richtlinien und Gesetze, es erfordert tiefgreifende Veränderungen und Umdenken in der Gesellschaft.

Mehr Transparenz bei Tarifstrukturen und Gehaltsbewertungskriterien und weniger Tabus beim Reden und Verhandeln über das was man verdient oder verdienen will sind dafür ein Ansatz. Ebenso ein gesellschaftlicher Wandel bezüglich Anwesenheits- und Informationskulturen in der Arbeitswelt. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Privat- und Berufsleben bleibt ein wichtiges zu erreichendes Ziel für Frauen und Männer. Egal um welche gesellschaftlichen Veränderungen es als Ziel geht, zunächst muss sich etwas in den Köpfen der Menschen ändern und dafür muss man erst die Augen öffnen und Probleme erkennen. Dafür brauchen wir den Equal Pay Day mit seinen über 1000 bundesweiten Aktionen.