Liberale Frauen Mecklenburg-Vorpommern

Auf erfreuliche Resonanz stieß eine Einladung der Liberalen Frauen Mecklenburg-Vorpommern (LiF MV) zu einem Brainstorming zur „Vereinbarkeit von Erwerbsleben und Familie bei Jung und Alt“ in Stralsund. Die Veranstaltung wurde von der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker Mecklenburg-Vorpommern und den Liberalen Senioren Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Interessenten kamen aus dem ganzen Bundesland.

Die LiF-Landesvorsitzende Karin Rogalska und die FDP-Experten Dr. Fridjof Matuszewski und Dr. Johannes Weise führten in das Thema ein. Rogalska erläuterte die wesentlichen Herausforderungen für Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit in einem vergleichsweise strukturarmen Bundesland. Nicht wenige Unternehmer zahlen mittlerweile überdurchschnittliche Löhne um Arbeitskräfte nach Mecklenburg-Vorpommern zu locken. Dies gelingt bei Paaren nur bedingt, weil nicht selten nur ein Partner in seinem Beruf arbeiten kann. Ein ausdrücklicher Standortvorteil ist eine gute Infrastruktur bei Kinderbetreuung und Angehörigenpflege. Mecklenburg-Vorpommern könnte seine Attraktivität für Arbeitnehmer deutlich erhöhen, wenn diese Rahmenbedingungen stärker unterstrichen würden.

Patentlösungen zur Vereinbarkeit von Erwerbsleben und Familie gebe es nicht, unterstrichen Matuszewski und Weise. Matuszewski wies auf die unbefriedigende Situation etwa bei jungen Ärzten oder Wissenschaftlern hin, die wegen befristeter Verträge oft nur im Kurzzeit-Rhythmus planen können und insofern keine Familiengründungen wagen. Weise schilderte seinen Alltag als Unternehmer in der Pflegebranche. Private sind seiner Meinung nach deutlich engagierter bei der Schaffung familienverträglicher Rahmenbedingungen als öffentliche Arbeitgeber. Viele Ideen taugten aber nur bedingt in der Praxis. Denn es seien längst nicht alle Mitarbeiter an geldwerten Vorteilen wie einem bezahlten Kindergartenplatz interessiert. Viele wollten schlichtweg Geld verdienen. Die Pflegebranche etwa sei wegen eines Mangels an geeignetem Personal durch eine sehr hohe Fluktuation geprägt, weshalb der Arbeitgeber vor allem ein hohes Gehalt bieten müsse um Mitarbeiter überhaupt zu halten. Modelle wie Home Office entfielen, da Pflege die Anwesenheit von Personal am Arbeitsplatz voraussetze.